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Deutschland war schon immer und ist auch noch zum jetztigen Zeitpunkt das Land der Autofahrer. Das zeigt nicht etwa nur der vehemente Protest gegen ein Tempolimit auf Autobahnen, sondern auch die Beteiligung der Bürger an Automobilclubs: Über 20 Prozent der Deutschen sind Mitglied in einem Automobilclub, 18 Millionen entfallen dabei auf den allseits bekannten ADAC. Dieser stellt allerdings, zur Verwunderung vieler Menschen, gar nicht den einzigen verfügbaren Automobilclub in Deutschland dar – auf dem Markt gibt es viele Alternativen, die bei der Suche nach dem passenden Angebot gewürdigt werden sollten.

Leistungen aus allen Bereichen

Um herauszufinden, ob eine Mitgliedschaft für Sie persönlich in Frage kommt, sollten Sie sich zunächst über das Leistungspaket bewusst werden, dass Ihnen geboten wird. Dies ist meist sehr umfangreich und deckt verschiedene Bereiche ab.

Der zentralste Vorteil ist in den meisten Fällen die Pannenhilfe. Sie stellt das Kerngeschäft der Verbände dar. Das zeigt sich zum Beispiel in den Statistiken des ADAC, der nach eigenen Aussagen mit seinen gelben Engeln im Jahr 2015 bei rund vier Millionen Pannen zur Hilfe eilte. Je nach Anbieter können Pannen im Ausland ebenso wie die Anforderung der Hilfeleistung durch den Ehepartner oder Kinder im Preis enthalten sein. Auf die reine Pannenhilfe ist das Leistungsspektrum der Vereinigungen allerdings keinesfalls beschränkt.

So gehören etwa häufig für Mitglieder besonders vergünstigte Fahrsicherheitstrainings zum Repertoire der Clubs, die ihre Mitglieder damit auf Extrem- und Gefahrsituationen auf der Straße vorbereiten. Auch Versicherungsleistungen sind ein häufiges Extra: Der Zugang zu einer Verkehrsrechtschutzversicherung zu verbilligten Konditionen, um für Streitigkeiten im Bereich des Verkehrsrechts abgesichert zu sein, steht den Mitgliedern bei vielen Clubs offen. Die Versicherung von Schäden an Mietwägen kann ebenso inkludiert sein. Zu guter Letzt wird auch häufig eine Auslandsrückholung im Krankheitsfall angeboten – Das ist besonders praktisch, wenn Sie nicht über eine Auslandskrankenversicherung verfügen. Falls doch, sollten Sie prüfen, ob ein Automobilclub vielleicht trotzdem nützliche Ergänzungen bieten kann.

Neben diesen „großen“ Leistungen bietet jede Vereinigung auch noch jede Menge weitere Vergünstigungen und Vorteile bei Werkstätten oder Veranstaltungen an. Auch einen Tankrabatt gibt es häufig bei bestimmten Tankstellen bei Vorlage des Mitgliedsausweises.

Schutzbrief oder Automobilclub: Wo überwiegen die Vorteile?

Viele Autofahrer verfügen über einen Schutzbrief ihrer Versicherung. Diese versprechen eine unkomplizierte Pannenhilfe und sind somit der größte Konkurrent der Automobilclub-Mitgliedschaft. Sie werden meist direkt in einem Zug mit dem Abschluss einer KFZ-Versicherung prominent angeboten und das zu relativ günstigen Preisen.

Egal ob KFZ-Versicherer oder Automobilclub, bei beiden Anbietern ist die Kostenübernahme bei einer Panne meist begrenzt. So wird nicht selten eine Zuzahlung bei erfolgter Hilfe verlangt. Es gibt aber auch Anbieter, die völlig unbegrenzt Leistungen anbieten und die entstandenen Kosten ohne jeglichen Selbstzahler-Anteil übernehmen.

Diverse Extraleistungen sind ein Punkt, der die Schutzbriefe und Club-Mitgliedschaften in vielen Fällen spaltet: Bei Automobilclubs ist es oftmals besser um Hilfe im Ausland, Ersatzwagen im Pannenfall und Krankentransporte bestellt. Auch Service und Flexibiltät zeichnet diese Anbieter sehr häufig aus.

Noch ein Unterschied ergibt sich bei der Absicherung: Schutzbriefe garantieren oftmals nur Pannenhilfe für das Fahrzeug, das auch mit der entsprechenden zugehörigen KFZ-Versicherung abgesichert ist, während Automobilclub-Mitgliedschaften meist personenbezogen arbeiten, also jedes Fahrzeug abdecken, dass ihr Mitglied in Betrieb nimmt. Bei Schutzbriefen muss solch eine „Mallorca-Police“, also die Abdeckung von Mietfahrzeugen zum Beispiel, in den meisten Fällen kostenpflichtig zugebucht werden,

Vor dem Abschluss eines Vertrags der Pannenhilfe verspricht sollten Sie Ihren eigenen Bedarf zunächst analysieren und dann die gebotenen Vertragskonditionen der unterschiedlichen Anbieter danach bewerten. Was hat Club A mehr als Schutzbrief B und am wichtigsten: Brauche ich diese Zusatzleistung überhaupt persönlich?

Tipp für Spontane: Ad-Hoc-Mitgliedschaft

Wer nicht vorgesorgt hat und ganz ohne helfenden Automobilclub oder Schutzbrief in eine Pannenlage gerät, hat noch ein Ass im Ärmel: Bei vielen Automobilclubs gibt es die Möglichkeit, diese direkt im Pannenfall zu kontaktieren und mit der Erbringung der Leistung Mitglied zu werden. Die direkten Kosten der Pannenhilfe werden dann über die Vereinigung abgewickelt, Sie als Autofahrer treffen nur die entstehenden Kosten der neuen Mitgliedschaft.

Der große Marktüberblick

Hier finden Sie nun einen grundlegenden Überblick über die deutschen Autombilclubs, ihren Leistungsumfang und die Mitgliedsbeiträge.

Name des Clubs Jährliche Gebühr im Basistarif Abdeckung von Pannenhilfe Ergänzende Infos
ADAC 54 Euro Max. 300 Euro Großes Leistungsspektrum an Zusatzangeboten, Rabatten und Versicherungen; beliebtester Automobilclub Deutschlands und Europas gemessen an Mitgliederzahl
AVD – Automobilclub von Deutschland 34,90 Euro Ein Schadensfall pro Jahr Zweitgrößter deutscher Automobilclub mit 1,4 Millionen Mitgliedern; Rechtsberatung und Reiseservice für Mitglieder
ACE – Auto Club Europa 68,80 Euro Bei Anforderung über ACE-Euro-Notruf kostenfrei, ansonsten max. 120 Euro Drittgrößter Automobilclub in Deutschland mit einer halben Million Mitglieder; Sicherheitstrainings für Mitglieder und Vergünstigungen bei Partner-Werkstätten
KS – Automobilclub Kraftfahrer-Schutz 27 Euro Max. 90 Euro für Pannenhilfe, max. 75 Euro für Abschleppkosten Einer der größten Clubs Deutschlands mit knapp einer halben Million Mitglieder; gängige Pannenhilfe- und Notfallstandards werden erfüllt
ACV – Automobil-Club Verkehr 69 Euro Unbegrenzt Größere Vereinigung mit ca. 370.000 Mitgliedern; Rechtsberatung, Versicherungsangebote und Rabatte für Mitglieder; Schadensmeldungen rund um die Uhr möglich
ARCD – Auto- und Reiseclub Deutschland 81,90 Euro Unbegrenzt Ehemals exklusiv für Beamte; Reiseservice und Pannenhilfe
VCD – Verkehrsclub Deutschland 60 Euro Max. 100 Euro Gemeinnütziger Club mit ökologischer Orientierung; Anwaltsservice
BAVC – Bruderhilfe e.V. 49 Euro Unbegrenzt Ehemals exklusiv für Pfarrer
NAVC – Neuer Automobil- und Verkehrs- Club e.V. 49,50 Euro Max. 160 Euro Aufteilung in kleinere Untergliederungen in Landes- und Ortsverbände; Pannenhilfe durch Vertragspartner
Mobil in Deutschland e.V. 28 Euro Ein Schadensfall pro Jahr reiner Online-Club; Große Flotte an eigenen Pannenhelfern

Angaben ohne Gewähr. Quelle: Angaben der Anbieter, Stand 30.03.2021.

Den richtigen Vertragspartner finden – Gar nicht so einfach!

Ist die Wahl auf eine Mitgliedschaft bei einem Automobilclub gefallen, stehen Sie nun vor der Qual der Wahl, welcher Club es nun konkret werden soll. Um die Entscheidung zu erleichtern, geben wir Ihnen hier einige Leitkriterien an die Hand, die Sie für sich überprüfen sollten.

1. Vergleich der Vertragskonditionen

Überprüfen Sie den Mitgliedsbeitrag und die Deckungssumme der Pannenhilfe, aber auch Zusatzleistungen und Versicherungen, die möglicherweise inkludiert sind.

2. Abgedeckte Personen und Fahrzeuge

Sie sollten recherchieren, ob nur Sie selbst im Falle einer Panne abgesichert sind oder ob auch Ihr Partner, Ihre Kinder oder andere Familienmitglieder von der Mitgliedschaft profitieren können. Das Gleiche gilt für die Fahrzeuge: Ist nur Ihr eigenes Fahrzeug versichert oder jedes Auto, mit dem Sie als Mitglied unterwegs sind?

3. Inlands- und Auslandsabsicherung

Wenn Sie öfter mit dem Auto im Ausland unterwegs sind, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass ein Schutz auch auf nicht-deutschem Grund besteht.

4. Organisation des Rücktransports

Ist eine Panne passiert, muss die Situation nach der Pannenhilfe weiter gemanaget werden. Kosten für Mietwagen oder außerplanmäßige Übernachtungen häufen sich schnell an und sollten idealerweise im Ernstfall voll übernommen werden.

5. Angebote neben der Pannenhilfe

Außer der Pannenhilfe bietet jeder Club noch viele andere Vorzüge an, die nicht vielfältiger sein könnten. Deshalb sollten Sie auch diese untersuchen und überlegen, ob etwas davon für Sie wertvoll sein könnte.

Zielgruppenspezifische Angebote – Für viele Verbraucher interessant

Einige Clubs sind speziell auf besondere Gruppen ausgerichtet und bieten diesen besondere Vorteile an. Unternehmer erhalten in der Regel ebenso für ihren geschäftlichen Abschluss bessere Konditionen wie auch Beamte oder Angestellte im Öffentlichen Dienst. Jüngere Leute bekommen oftmals sogar für einen Zeitraum die Gebühren geschenkt und Behinderte erhalten von speziellen Clubs Leistungen, die besonders auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Bei Unzufriedenheit: Kündigen!

Möchten Sie Ihre Mitgliedschaft schließlich aus irgendeinem Grund kündigen, sollten Sie einige Hinweise beachten.

Zunächst sollten Sie die festgelegte Mitgliedscahftsdauer prüfen. Diese liegt in der Regel bei einem Jahr, das kann jedoch abweichen. Auch die Kündigungsfrist spielt eine Rolle: Meist liegt sie bei drei Monaten, aber es gibt auch Anbieter, wo sie nach oben oder unten differiert.

Ihre Kündigung sollte in schriftlicher Form vorliegen und Ihren Namen, Ihre Mitgliedsnummer, Ihre Adresse, Ihren gewünschten Kündigungstermin und eine Unterschrift enthalten. Am besten ist der Versand per Einschreiben, um einen Nachweis über den Eingang beim Club zu haben.

Ungeachtet der regulären Kündigungsfrist haben Sie auch ein Sonderkündigungsrecht – Das kann in Anspruch genommen werden wenn der Automobilclub Leistungen nicht erbringt oder den Vertrag anderweitig grob verletzt.

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