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Die umfassenden Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie stellen die weltweite Bevölkerung täglich vor eine Herausforderung. Manche Personengruppen treffen die entzogenen Rechte besonders hart. Dazu zählen zweifelsfrei auch Kinder und Jugendliche. Seit den Schulschließungen und Kontaktverboten fristen sie ein ziemlich isoliertes Dasein mit ihren oftmals überforderten Eltern.

Besonders nach dem zweiten Lockdown haben die psychischen und physischen Leiden der Kinder deutlich zugenommen. Das ist auf verschiedene Umstände zurückzuführen:

1) Ängste und Sorgen

Die anhaltende Pandemie verursacht bei Jung und Alt unterschiedlichste Ängste. Neben der Möglichkeit an Corona zu erkranken, verängstigt es vor allem auch, andere Familienmitglieder oder Freunde mit dem Virus anzustecken. Besonders bei Kindern baut sich ein enormer Druck auf, den Regeln unbedingt gerecht zu werden, damit es zu keiner Ansteckung kommt.

Studien haben bereits ergeben, dass die Folgen des zweiten Lockdowns besonders verheerend sind. Bei einer Studie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wurden Kinder zu ihrem aktuellen Wohlbefinden befragt. 85 % gaben an, dass sie sich durch die Corona-Krise belastet fühlen. Sie empfinden auch ihre Lebensqualität als stark gemindert. Vor der Pandemie beklagten drei von zehn Kindern ihren Lebensalltag – heute sind es sieben von zehn Kindern.

2) Ungesunder neuer Lebensstil

Die Covid-19-Maßnahmen zwingen Kinder und Jugendliche regelrecht in einen ungesunden neuen Lebensalltag. Sport und Bewegung nehmen immer mehr ab. Die Ernährung wird immer ungesünder. Das liegt daran, dass einerseits Freizeit- und Sporteinrichtungen geschlossen sind, andererseits aber auch Kontaktverbote zu Freunden bestehen. Der Schulweg entfällt. Stattdessen gibt es Fernunterricht vor dem Bildschirm. Dieser Online-Unterricht ist häufig auch nicht zufriedenstellend. Leistungsschwächere Kinder haben große Schwierigkeiten, auf diese Weise dem Unterricht zu folgen. Dadurch entstehen wieder zusätzlicher Stress und Druck. Gleichzeitig erleben Kinder im selben Raum oder Nebenzimmer auch überforderte Eltern, die aufgrund ihrer Heimarbeit oder Arbeitslosigkeit ebenfalls unter Anspannung stehen.

Es entsteht ein alarmierender Kreislauf: Kinder und Jugendliche haben ihre altersgerechten Bedürfnisse komplett zu unterdrücken und im Sinne der Corona-Regeln zu funktionieren. Der Computer oder Laptop ist der neue beste Freund. Neben dem Homeschooling dient er auch dem Medienkonsum oder dem Konsolenspiel. Bewegung, Spiel und Freude außerhalb der Wohnung finden kaum mehr statt.

3) Streit und Gewalt in der Familie

Die angespannte Situation zu Hause führt natürlich auch zu mehr Konflikten zwischen Eltern und ihren Kindern. Gerade in Familien, deren soziale Situation schon vor Corona schwierig war, ist großes Eskalationspotential vorhanden. Die Gewaltbereitschaft steigt. Das UKE hat in einer weiteren Studie herausgefunden, dass im Vorjahr während des ersten Lockdowns deutlich weniger Kindeswohlgefährdungen zur Anzeige gebracht wurden. Von einem tatsächlichen Sinken tätlicher Übergriffe ist aber nicht auszugehen. Vielmehr ist zu befürchten, dass es Personen aufgrund der Isolation nicht möglich war, Hilferufe zu senden.

4) Fazit

Die Begleiterscheinungen der Covid-19-Maßnahmen sind keinesfalls zu unterschätzen. Selbst wenn sich nicht jede psychische Auffälligkeit zu einer Störung entwickelt, so muss davon ausgegangen werden, dass Depressionen bei Kindern und Jugendlichen noch stark zunehmen werden. Selbst wenn die Pandemie endet, wird es fraglich sein, inwiefern Kinder wieder zu ihren alten und doch so wichtigen Bedürfnissen zurückfinden. Dazu zählen vor allem soziale Nähe und eine altersgerechte Lebendigkeit.

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